Freelancer
19.10.2026

Krankentaggeld (KTG) für Selbständige/Freelancer in der Schweiz: Absicherung, Kosten und Fallstricke

Als Selbständiger hast du keine Lohnfortzahlung. Erfahre, wie dich Krankentaggeld (KTG) absichert: Kosten, Wartefrist und die häufigsten Fehler.
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Als Selbständiger hast du keine Lohnfortzahlung. Erfahre, wie dich Krankentaggeld (KTG) absichert: Kosten, Wartefrist und die häufigsten Fehler.

Inhaltsverzeichnis:

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Disclaimer:

Freelancer & Selbständigerwerbende: In diesem Artikel verwenden wir die Begriffe synonym. Umgangssprachlich ist mit Freelancer meist ein Dienstleister mit mehreren Kunden gemeint. Doch die Schweiz kennt "Freelancer" gar nicht als Rechtsbegriff. Für AHV und Steueramt gibt es nur selbständig oder unselbständig erwerbend.

Und genau da liegt oft das Problem. Als selbständig giltst du nur, wenn du unter eigenem Namen auftrittst, das wirtschaftliche Risiko selbst trägst und für mehrere Auftraggeber arbeitest. Hängst du wirtschaftlich an einem einzigen Kunden oder lässt du dir Arbeitszeit und -ort vorschreiben, kann die AHV das als Scheinselbständigkeit werten, mit happigen Folgen für deinen Auftraggeber und Unsicherheit für deine eigene Absicherung. Wie das genau abläuft, liest du in unserem Artikel zu Scheinselbständigkeit [Link einfügen].

Wirst du als Selbständiger krank, steht dein Einkommen still. Keine Firma zahlt dir den Lohn weiter, kein Arbeitgeber federt den Ausfall ab. Genau hier setzt das Krankentaggeld (KTG) an. Dieser Artikel zeigt dir, warum die freiwillige Taggeldversicherung für Freelancer und Selbständigerwerbende so wichtig ist, welche Varianten es gibt, was sie kostet und welche Fehler dich im Ernstfall teuer zu stehen kommen.

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Was ist Krankentaggeld (KTG) und warum ist es für Selbständige so wichtig?

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Das Krankentaggeld ist eine Versicherung, die deinen Erwerbsausfall bei krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit abdeckt. Statt Lohn erhältst du ein Taggeld, meist ein vereinbarter Prozentsatz deines Einkommens, solange du nicht arbeiten kannst.

Für Angestellte übernimmt oft der Arbeitgeber diesen Schutz. Als Selbständiger bist du dein eigener Arbeitgeber, und niemand schliesst diese Versicherung für dich ab. Fällst du wegen Krankheit wochen- oder monatelang aus, gibt es ohne KTG schlicht kein Einkommen. Anders als bei einem Unfall, der über die obligatorische Unfallversicherung (UVG) läuft, ist das Krankheitsrisiko für Selbständige nicht automatisch gedeckt. Das Krankentaggeld schliesst genau diese Lücke.

Quelle: BAG – Die freiwillige Taggeldversicherung

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Warum haben Selbständige keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung?

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Die gesetzliche Lohnfortzahlungspflicht nach Art. 324a OR gilt nur für Arbeitnehmende in einem Anstellungsverhältnis. Ein Arbeitgeber muss seinen Angestellten bei Krankheit den Lohn während einer bestimmten Dauer weiterzahlen. Als Selbständigerwerbende stehst du in keinem solchen Verhältnis, also greift diese Regel für dich nicht.

Das heisst konkret: Es gibt für dich keine gesetzliche Absicherung des Erwerbsausfalls bei Krankheit und keine obligatorische Krankentaggeldversicherung. Ob du dich absicherst, ist deine Entscheidung, und deine Verantwortung. Ohne freiwillige Taggeldversicherung trägst du das volle Risiko selbst.

Quelle: SECO – Verhinderung des Arbeitnehmers an der Arbeitsleistung

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KVG oder VVG: Welche Taggeldversicherung passt für Freelancer?

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Als Selbständige kannst du dein Taggeld nach zwei Gesetzen versichern. Beide haben klare Vor- und Nachteile:

Taggeldversicherung nach KVG (Sozialversicherung)

  • Aufnahmepflicht: Wer in der Schweiz wohnt oder arbeitet und zwischen 15 und 65 Jahre alt ist, muss aufgenommen werden. Ein Gesundheitsvorbehalt fällt nach spätestens fünf Jahren weg.
  • Leistung ab 50 % Arbeitsunfähigkeit, während mindestens 720 Tagen innerhalb von 900 Tagen.
  • Nachteil: Das KVG schreibt keine Mindesthöhe des Taggeldes vor. Viele Versicherer bieten nur ein tiefes Taggeld an, das deinen tatsächlichen Erwerbsausfall nicht deckt.

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Taggeldversicherung nach VVG (Privatversicherung)

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  • Höhe und Dauer der Leistungen frei vereinbar, damit lässt sich der Schutz an dein reales Einkommen anpassen.
  • Vertragsfreiheit: Es gibt keine Aufnahmepflicht. Der Versicherer kann dich ablehnen, und Vorbehalte für bestehende Krankheiten sind zeitlich unbefristet möglich.
  • Nachteil: eine Taggeldversicherung nach VVG über einen privaten Anbieter kann schnell extrem teuer werden.

Fazit für Freelancer: Die VVG-Lösung deckt in der Praxis meist den realistischen Einkommensausfall ab und ist deshalb die verbreitetere Wahl. Wer aus gesundheitlichen Gründen bei einer VVG-Versicherung Mühe mit der Aufnahme hat, findet über die KVG-Variante dank Aufnahmepflicht dennoch einen Grundschutz.

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Was kostet eine Krankentaggeldversicherung für Selbständige?

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Eine pauschale Zahl gibt es nicht. Die Prämie hängt von mehreren Faktoren ab, die du beim Abschluss aktiv steuern kannst:

  • Versichertes Taggeld: je höher der abgesicherte Einkommensanteil, desto höher die Prämie.
  • Wartefrist: eine längere Wartefrist senkt die Prämie deutlich.
  • Alter, Geschlecht und Gesundheitszustand bei Abschluss.
  • Beruf und Risiko deiner Tätigkeit.

Wichtig: Als Selbständige zahlst du die gesamte Prämie selbst. Es gibt keinen Arbeitgeber, der sich beteiligt. Kalkuliere die Prämie deshalb fest in deine Betriebskosten ein. Hol dir mehrere Offerten, die Unterschiede zwischen den Anbietern sind erheblich.

Quelle: BAG – Die freiwillige Taggeldversicherung

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Was ist die Wartefrist und wie beeinflusst sie deine Prämie?

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Die Wartefrist (auch Karenzfrist genannt) ist die Zeit zwischen dem Beginn deiner Arbeitsunfähigkeit und der ersten Taggeldzahlung. Übliche Wartefristen reichen von 14 bis 360 Tagen. Nach Ablauf der Wartefrist wird das Taggeld ausbezahlt, in der Regel bis zu 720 Tage.

Die Logik ist einfach: Je länger du im Krankheitsfall selbst überbrückst, desto tiefer ist deine Prämie. Für Selbständige ist das eine zentrale Stellschraube. Hast du finanzielle Reserven für die ersten Wochen, kannst du mit einer längeren Wartefrist viel Prämie sparen. Reichen deine Reserven nicht, wähle eine kurze Wartefrist, auch wenn sie teurer ist.

Quelle: BAG – Die freiwillige Taggeldversicherung

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Worauf müssen Selbständige beim Abschluss besonders achten?

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  • Deckungshöhe realistisch wählen: Das Taggeld sollte deinen tatsächlichen Einkommensausfall abbilden, nicht nur einen symbolischen Betrag.
  • Vorbehalte prüfen: Bei einer VVG-Versicherung können bestehende Krankheiten dauerhaft ausgeschlossen werden. Lies die Police genau.
  • Gesundheitsfragen ehrlich beantworten: Falsche Angaben können im Leistungsfall zur Kürzung oder Verweigerung führen.
  • Leistungsdauer beachten: 720 Tage sind üblich, aber nicht garantiert. Kläre, was nach Ablauf passiert, Stichwort Übergang zur IV.
  • Früh abschliessen: Je jünger und gesünder du bist, desto einfacher und günstiger die Aufnahme.

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‍Krankentaggeld und Buchhaltung: Was gilt bei der Abrechnung?

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Ausbezahlte Taggelder ersetzen dein Erwerbseinkommen und sind buchhalterisch sauber zu erfassen. Die Prämien deiner Taggeldversicherung sind Geschäftsaufwand und mindern deinen steuerbaren Gewinn. Die konkrete steuerliche und AHV-rechtliche Behandlung der Taggelder hängt von deiner Situation ab, kläre die Details mit einem Treuhänder oder direkt mit der Ausgleichskasse.

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Welche Fehler machen Selbständige beim Krankentaggeld am häufigsten?

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  • Gar keine KTG: Das grösste Risiko. Ein längerer Ausfall ohne Absicherung kann die Existenz gefährden.
  • Zu tiefes Taggeld: Ein günstiger, aber unrealistisch tiefer Schutz nützt im Ernstfall wenig.
  • Wartefrist ohne Reserven: Eine lange Wartefrist spart Prämie, aber nur, wenn du die ersten Wochen selbst überbrücken kannst.
  • Zu spät abgeschlossen: Mit steigendem Alter oder Vorerkrankungen wird der Abschluss teurer oder unmöglich.
  • Police nie geprüft: Wer Vorbehalte und Leistungsgrenzen nicht kennt, erlebt im Leistungsfall böse Überraschungen.

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Als Selbständige trägst du dein Krankheitsrisiko allein. Es gibt keine Lohnfortzahlung und keine Pflichtversicherung, die dich auffängt. Eine gut gewählte Krankentaggeldversicherung ist deshalb kein Luxus, sondern die Grundlage, um im Krankheitsfall weiter über die Runden zu kommen. Achte auf eine realistische Deckungshöhe, eine zu deinen Reserven passende Wartefrist und schliess früh ab. PayFlow unterstützt Selbständige, Freelancer und Treuhänder dabei, Lohn- und Erwerbsabrechnungen korrekt und effizient abzuwickeln, damit Taggelder, Prämien und Sozialabgaben sauber zusammenpassen. So behältst du deine Zahlen im Griff und kannst dich auf deine Arbeit konzentrieren.
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Zwei Frauen und ein Mann gehen an einem Bahnsteig entlang und unterhalten sich.
Brauchen Selbständige in der Schweiz eine Krankentaggeldversicherung?

Gesetzlich nein, sie ist freiwillig. Praktisch ja: Selbständige haben keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung nach Art. 324a OR. Ohne Krankentaggeld gibt es bei längerer Krankheit kein Einkommen. Der Abschluss wird dringend empfohlen.

Was ist der Unterschied zwischen KVG- und VVG-Taggeldversicherung?

Die KVG-Variante ist eine Sozialversicherung mit Aufnahmepflicht für 15- bis 65-Jährige, bietet aber oft nur ein tiefes Taggeld. Die VVG-Variante ist eine Privatversicherung mit frei wählbarer Leistungshöhe, jedoch ohne Aufnahmepflicht und mit möglichen Vorbehalten. Für Selbständige ist die VVG-Lösung meist realistischer.

Wie lange zahlt das Krankentaggeld?

Üblich sind bis zu 720 Tage innerhalb von 900 Tagen, bei einer Arbeitsunfähigkeit ab 50 Prozent. Die Auszahlung beginnt nach Ablauf der vereinbarten Wartefrist. Die genaue Dauer hängt von deinem Vertrag ab.

Wie kann ich als Freelancer die Prämie senken?

Die grösste Stellschraube ist die Wartefrist. Je länger du den Ausfall selbst überbrückst, desto tiefer die Prämie. Auch die versicherte Taggeldhöhe beeinflusst den Preis. Wichtig: Als Selbständige zahlst du die Prämie vollständig selbst.

Wie hilft PayFlow Selbständigen und Treuhändern?

PayFlow ist darauf ausgelegt, Lohn- und Erwerbsabrechnungen für Selbständige, Freelancer und Mandate korrekt abzubilden, inklusive sauberer Erfassung von Taggeldern, Prämien und Sozialabgaben. Ideal für alle, die mehrere Abrechnungen effizient und fehlerfrei im Griff behalten wollen.